Frage 4:
Aus welchen Abkommen besteht das humanitäre Völkerrecht?
 

Seit dem Auftakt in Form der Genfer Konvention von 1864 entfaltete das heutige humanitäre Völkerrecht sich etappenweise allzu oft erst nach den Ereignissen, die seiner dringend bedurft hätten , um einem ständig zunehmenden Bedarf an humanitärer Hilfe zu entsprechen, der aus Waffenentwicklungen und neuen Konflikttypen resultierte. Im Folgenden sind die Hauptverträge in der zeitlichen Abfolge ihrer Annahme aufgeführt:

1864 Genfer Konvention zur Verbesserung des Loses der Verwundeten bei den im Felde stehenden Heeren

1868 St. Petersburger Erklärung (Verbot des Einsatzes gewisser Wurfgeschosse in Kriegszeiten)

1899 Haager Abkommen, namentlich das Abkommen betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkrieges, und Anpassung der Grundsätze der Genfer Konvention von 1864 an den Seekrieg

1906 Revision und Erweiterung der Genfer Konvention von 1864

1907 Revision der Haager Abkommen von 1899 und Annahme neuer Abkommen

1925 Genfer Protokoll betreffend das Verbot des Kriegsgebrauchs von Erstickungs-, Gift- oder gleichartigen Gasen, und bakteriologischen Mitteln

1929 Zwei Genfer Konventionen:
•  Revision und Weiterentwicklung der Genfer Konvention von 1906
•  Genfer Konvention über die Behandlung der Kriegsgefangenen (neu)

1949 Vier Genfer Abkommen:
I Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Streitkräfte im Felde
II Verbesserung des Loses der Verwundeten, Kranken und Schiff-brüchigen der Streitkräfte zur See
III Behandlung der Kriegsgefangenen
IV Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten (neu)

1954 Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten

1972 Übereinkommen über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung bakteriologischer (biologischer) Waffen und von Toxinwaffen sowie über die Vernichtung solcher Waffen

 

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1864 bis 1872 | 1977 bis 2001
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