Zusatzinfo:

Zum Kriegsverbot




Frage 6:
Was ist Jus ad bellum und Jus in bello?

Der Zweck des humanitären Völkerrechts besteht in der Begrenzung des Leidens, das durch Kriege verursacht wird, indem es die Opfer schützt und unterstützt, soweit dies möglich ist. Daher bezieht es sich auf die Realitäten eines Konflikts, ohne die Gründe oder die Rechtmäßigkeit der Anwendung von Gewalt zu berücksichtigen. Es regelt lediglich jene Aspekte des Konflikts, die von humanitärem Belang sind. Es ist das, was unter Jus in bello (Recht im Krieg) verstanden wird. Seine Bestimmungen gelten für die sich bekriegenden Parteien unabhängig von den Gründen des Konflikts und davon, ob die von jedweder Partei angegebene Ursache wahr ist.

Im Falle eines internationalen bewaffneten Konflikts ist oft schwer festzustellen, welcher Staat sich einer Verletzung der Charta der Vereinten Nationen schuldig gemacht hat. Bei der Anwendung des humanitären Völkerrechts geht es nicht um die Anprangerung schuldiger Parteien, da dies zwangsläufig Kontroversen auslösen und die Umsetzung dieses Rechts lähmen würde, zumal jeder Gegner behaupten würde, Opfer der Aggression zu sein. Außerdem bezweckt das humanitäre Recht den Schutz von Kriegsopfern und ihrer grundlegenden Rechte, wobei gleichgültig ist, zu welcher Partei sie gehören. Deshalb muss das Jus in bello unabhängig bleiben vom Jus ad bellum oder Jus contra bellum (Recht zur Anwendung von Gewalt oder Recht über die Verhütung von Krieg).

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